• KomKom Header App

18.1.2022

Mit KomKom werden sechs Grundqualifikationen zur Verfügung gestellt

Die Kurzbezeichnung KomKom steht für „Kompetenzerweiterung durch Kompetenzerfassung“ und für ein Bildungsprojekt der Chance B. Im Chance B Bereich Bildung und Arbeit werden bereits zehn Jahre lang  praktikable und umsetzbare Modelle zur Unterstützung von bildungsbenachteiligten Menschen entwickelt und in der Praxis erprobt. Unter dem Titel „KomKom – Qualifizierung von bildungsbenachteiligten Personen“ wurden nun im Rahmen einer Online-Informationsveranstaltung die aktuellen Projektergebnisse präsentiert. Mag. Michael Longhino, stellvertretender Chance B Geschäftsleiter, gab mit einem kurzen Film einen Einblick in die gelungene Umsetzung von KomKom.

Ziel der Veranstaltung war die Vernetzung von Fachkräften aus allen Bundesländern, jenen Schnittstellen zu bildungsbenachteiligten Menschen, die für eine Nutzung der KomKom-App Verwendung haben. Mag.a Karoline Kreimer-Hartmann, Projektleiterin bei der Chance B, bat Förder:innen, Partner:innen und Mitentwickler:innen sowie Andwender:innen und erste Interessierte zu Wort.

Doris Wyskitensky MA, die Leiterin der Abteilung Erwachsenenbildung im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, setzt mit ihrem Team die Schwerpunkte Bildungsberatung, Basisbildung und Professionalisierung. Im Fokus ihrer Förderprogramme steht die Forcierung von berufsspezifischen Kompetenzen und die Durchlässigkeit für benachteiligte Personengruppen. Und genau hier setzt KomKom an: im Projekt gewinnen die Teilnehmer:innen Basisbildung sowie Grundkompetenzen für angestrebte Berufsprofile.  Sie gratulierte, dass die Zuordnung zum Nationalen Qualifizierungsrahmen (NQR) gelungen ist und würdigte die Konsequenz, mit der sowohl Entwickler:innen als auch teilnehmende Personen mit geringer Qualifikation ihr Ziel verfolgt haben und sicherte weitere Unterstützung zu.

Durch Assoc. Prof. Mag.a Dr.in Monika Kastner ist die Universität Klagenfurt von Beginn an Partner für den Theoretischen Rahmen im Projekt KomKom. Frau Kastner präsentierte KomKom aus der Wirkungsforschung heraus und stellte in ihrem Beitrag die Frage, was Bildung allgemein bzw. Ausbildung aus erwachsenenpädagogischer Perspektive bewirken kann. Dabei hob sie den Nutzen gerade für bildungsbenachteiligte Personen hervor, die durch Bildung mehr Vertrauen in sich selbst erhalten. Deren  Kompetenzpotential erhält durch Sichtbarmachung für den Arbeitsmarkt an Wert - in diesem Fall durch ein abschließendes Zertifikat, welches die Teilnehmeri:innen nach erfolgter Ausbildung erhalten.

Im Beitrag von Dr.in Monika Prokopp (MAG Menschen und Arbeit) wurde deutlich, dass das Land Niederösterreich in seiner Arbeitsmarktstrategie 2021 bis 2027  der Kompetenzorientierung bereits einen Schwerpunkt gibt. Aktuelle Ziele sind die Etablierung der Kompetenzorientierung, -feststellung und ‑anerkennung, die Förderung der Qualifizierung für Beschäftigung sowie die Integration der benachteiligten Zielgruppen am Arbeitsmarkt. Als bereits eingesetzte Praxisbeispiele wurden der „Kompetenzkompass“ als Tool zur Sichtbarmachung von Kompetenzen sowie der „Kompetenzatlas als Online-Plattform“ vorgestellt.

Mit der Präsentation der KomKom Projektleiterin Mag.a Karoline Kreimer-Hartmann wurde es sodann konkret für die teilnehmenden Fachkräfte, die in unterschiedlichen Projekten mit Jugendlichen und Erwachsenen arbeiten, deren Weg in die berufliche Perspektive am Arbeitsmarkt noch Assistenz und Begleitung braucht. Nach einem kurzen Überblick von der Projektidee im Jahr 2011 über die weitere Entwicklung der Projekte  KomKom I und KomKom II stellte Frau Kreimer-Hartmann die KomKom-App als Neuerung vor.  

Mit KomKom II liegen nun Qualifikationen für die sechs Bereiche Einzelhandel, Grünraumpflege, Hotellerie/Housekeeping, Gastronomie/Küche, Technisch-Handwerkliche Grundqualifikation und Büro vor, die bisher im Einsatzbereich mit gering qualifizierten Menschen pilotiert wurden. In der einfach handhabbaren App werden die während des Arbeitstrainings erworbenen methodisch-fachlichen, sozialen und personalen Kompetenzen standardisiert erfasst und können sodann von den Bildungsteilnehmer:innen selbst evaluiert werden.Zusätzlich wirken die aussagekräftigen Zertifikate als Kommunikationsinstrument für die potentiellen Arbeitgeber:innen.

Damit ist mit der neuen APP zugleich ein Trainingscurriculum sowie ein Evaluierungsinstrument gegeben. Durch die Anwendung von KomKom wird für bildungsbenachteiligte Menschen eine standardisierte, offizielle, nicht formale Qualifizierung, auf dem Level I und II des österreichischen NQR möglich.  

Im folgenden Kleingruppengespräch wurden mögliche Anwendungsbereiche in Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen wie NEBA-Projekte für Jugendliche, Sozialökonomische Betriebe für bildungsbenachteiligte und daher arbeitssuchende Erwachsene, sogenannte „nicht arbeitsfähige“ Menschen mit Behinderungen in Leistungen der Länder ausgelotet und diskutiert. Der Tenor der Fachkräfte war einheitlich: man ist interessiert an weiteren Informationen und will ausprobieren.  Dietmar Lindebner ist Projektleiter von „Job Chance Tirol“ und bereits KomKom-Anwender. Er ist motiviert den Weg weiterzugehen und überzeugt, dass KomKom zur Inklusion am Arbeitsmarkt beitragen kann.

„Als nächsten Schritt werden wir im Bereich Grünraumpflege eine Qualifikation auf dem Niveau III entwickeln,
um die Lücke zwischen unseren Qualifikationen auf dem Niveau I & II und der Lehrausbildung zu schließen.
Ich freue mich schon auf diese weitere Pionierarbeit und die zukünftigen Kooperationen mit unseren Netzwerkpartner:innen.“

Michael Longhino

"KomKom ist ein wichtiger Schritt zur Selbstermächtigung unserer Teilnehmer:innen."

Karoline Kreimer-Hartmann

Für die Chance B steht Projektleiterin Mag.a Karoline Kreimer-Hartmann als Ansprechperson gerne zur Verfügung – Kooperationen zur weiteren Verbreitung von Anwendungsmöglichkeiten sind erwünscht!

Kontakt:
Karoline Kreimer-Hartmann
KomKom-Projektleitung

0664 60 409-165
karoline.kreimer-hartmann@chanceb.at

Impulsvortrag_Monika Kastner_KomKom_18012022

KomKom_28012022_Kreimer-Hartmann Karoline

Kompetenzorientierung NOE_Monika Prokopp_KomKom_18012022