05.05.2026
Mitreden und gehört werden
Jährlich am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. An diesem Aktionstag wird darauf aufmerksam gemacht, dass alle Menschen ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben haben. Dieses Recht ist auch in der UN-Behindertenrechtskonvention, die Österreich im Jahr 2008 unterzeichnet hat, verankert. Menschen mit Behinderung sollen selbst zu Wort kommen und sich aktiv einbringen können – über sie zu sprechen oder für sie zu entscheiden, ohne ihre eigenen Sichtweisen zu hören und einzubinden, greift viel zu kurz.
Anderen eine Stimme geben
In der Chance B engagieren sich Teilnehmende des Programms „Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt“ als Kund:innen-Sprecher:innen. Was das heißt? Sie unterstützen andere Teilnehmende dabei, sich einzubringen und ihre Interessen zu vertreten. Einige von ihnen interessieren sich dafür, die Aufgaben von Selbstvertreter:innen zu übernehmen. Dazu gehört, für andere Menschen mit Unterstützungsbedarf zu sprechen und ihre Rechte einzufordern. Was Selbstvertretung ist und warum diese wichtig ist, stand im Mittelpunkt eines Dialogtreffens am 20. April 2026 in Graz. Sechs Kund:innen-Sprecher:innen waren bei diesem Treffen, das die Assistenz-Ombudsmannstelle alpha nova mit dem Verein Selbstbestimmt Leben und People First organisierte, mit dabei. Was Selbstvertretung nach diesem Austausch für sie bedeutet?
„Unsere Gruppe zu vertreten und zu zeigen, was wir machen. Es ist wichtig, dass jede Person das tun kann, was sie gut kann. Wir sollen uns austauschen können und erfahren, was andere in ihren Betrieben machen. Dinge, die für mich wichtig sind, sollen die zuständigen Stellen wissen, damit sie uns dabei unterstützen – auch finanziell“, meint Florian Müller.
„Mit anderen Menschen sprechen und sich austauschen. Fragen stellen dürfen, die für uns wichtig sind. Und wenn wir ein Anliegen haben, können wir es sagen und zuständige Stellen können es beim Land einbringen“, sagt Thomas Darnhofer.
Treffen wie diese bewirken, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf lernen, ihre Interessen und Anliegen aktiv einzubringen. Sie können sich Wissen zum Thema Selbstvertretung aneignen und sich mit anderen austauschen. Nur wenn alle Menschen ihr Mitspracherecht tatsächlich wahrnehmen können und ihre Stimme auch gehört wird, entsteht Inklusion. Gleiche Rechte und gleiche Chancen: das gilt für alle Menschen in allen Bereichen unseres Alltags!

