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19.6.2018

Soziales Unternehmertum - das Thema der diesjährigen EASPD Konferenz in Varna

Im sonnigen Varna an der bulgarischen Schwarzmeerküste kamen vergangene Woche rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen europäischen Ländern zur diesjährigen EASPD Konferenz zusammen. Unter dem Titel „Social economy as an effective model für Social Inclusion“ wurden die Prinzipien „Sozialwirtschaftlicher Unternehmen“ diskutiert. Sie verbinden gesellschaftliche Ziele mit unternehmerischem Geist - das Chance B Modell war Teil des Programms.

Social Economy Enterprises – Sozialwirtschaftliche Unternehmen als Motor für Innovation
Im Fokus der EASPD Konferenz stand in diesem Jahr die Frage: Was macht ein Sozialwirtschaftliches Unternehmen aus? In der „social business initiative“ der Europäischen Kommission wird ein soziales Unternehmen als „Akteur der Sozialwirtschaft definiert, dessen Hauptziel es ist, soziale Wirkungen zu erzielen und nicht individuellen Profit für sich oder seine Eigentümer. Es erzeugt Produkte oder Dienstleistungen auf unternehmerische Weise für den Markt, ist dabei innovativ und nutzt die erzielten Gewinne in erster Linie dazu, soziale Ziele umzusetzen.

Franz Wolfmayr als Verantwortlicher für die Konzeption zur Varna-Konferenz betont: „Verstärkt durch die aktuelle Diskussion im Europäischen Wirtschafts- und Sozialkommitee bin ich davon überzeugt, dass das Konzept der Sozialwirtschaft dort ergänzende Alternativen aufbauen kann, wo die kapitalistische Wirtschaftsform ihre Grenzen hat: in der Verfolgung gesellschaftspolitischer Anliegen, der Schaffung von Infrastruktur zum Überleben im ländlichen Raum und der Beschäftigung von am Arbeitsmarkt benachteiligten Personen“.

Das Chance B Modell als Vorbild für „Soziales Unternehmertum“
Den ländlichen Raum als lebenswert für die Bevölkerung zu erhalten, ist eine Themenstellung die in weiten Teilen Europas umfassend diskutiert wird. Ms. Maria Gafo Gomez-Zamalloa, zuständig in der Europäischen Kommission im Department für Landwirtschaft, zeigte die Herausforderungen dafür auf: Es braucht Bildungsmöglichkeiten vor Ort, geeignete und attraktive Arbeitsplätze für Frauen und Männer, ausreichende Infrastruktur für alle Lebensbereiche, verfügbare (soziale) Dienstleistungen und einen Lebensraum, der für alle Generationen Lebensqualität verspricht. Als Vertreterin der Generaldirektion Landwirtschaft in der EU Kommission kündigte sie an, dass der Regionalentwicklungsfonds künftig einen noch stärkeren Schwerpunkt auf Soziale Inklusion im ländlichen Raum legen wird.

Das Chance B Modell steht für die Gestaltung von Dienstleistungen entlang der Lebenslinie und für alle Lebensbereiche. Mit seinem regionalen Ansatz für die Östliche Steiermark gilt Chance B als Vorbild, wie ein sozialwirtschaftliches Unternehmen durch seine sozialen und wirtschaftlichen Dienste sowie durch die kontinuierliche Schaffung von Arbeitsplätzen den ländlichen Raum stärken kann. Im von Michael Longhino gestalteten Workshop-Beitrag überzeugte das Chance B Prinzip der Kooperation in der internationalen Diskussion einmal mehr. "Mit dem Workshop konnten neue Ansatzpunkte gefunden werden,  dass in Zukunft für die Oststeiermark zusätzliche Mittel aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) für Projekte zur Verfügung stehen werden", zeigt sich Michael Longhino von der Chance B zuversichtlich.

„Social Economy Enterprises“ - die Firma Hausmasters als österreichischer Vorreiter
Die Konferenz brachte zudem Präsentationen und Einblicke in zahlreiche innovative Beispiele von „sozialem Unternehmertum“ aus europäischen Mitgliedsstaaten bis hin nach Israel. Allen gemeinsam: Eine betriebliche Tätigkeit und geeignete Rahmenbedingungen, damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung einen stabilen Arbeitsplatz mit Dienstvertrag und gesichertem Mindestlohn vorfinden.

„Unsere Firma Hausmasters zeigt bei klarer Ausrichtung auf das soziale Ziel: Arbeitsplätze für benachteiligte Personengruppen zu schaffen und zu halten, genau jenen unternehmerischen Geist, wie wir es in den Konferenzbeiträgen aus anderen Ländern gesehen haben“, erklärt Eva Skergeth-Lopič. „Und dass wir damit auch nach 19 Jahren österreichweit einzigartig sind, zeigt auf, dass wir berechtigt von einem innovativen Businessmodell sprechen können.“

Firma Hausmasters

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